Drei Vulkane, eine Insel: warum São Miguel so aussieht

Wer São Miguel bereist, hakt meist eine Liste ab: Kratersee, Aussichtspunkt, heiße Quelle, schwarzer Strand. Schöner wird es, wenn man merkt, dass das alles dieselbe Geschichte erzählt.
Die Insel ist eine Bergspitze
Was ihr betretet, ist der obere Rand eines gewaltigen Berges, der vom Grund des Atlantiks aufsteigt — mehrere Kilometer hoch. Über dem Wasser liegt nur die Spitze. Deshalb fällt der Meeresboden schon kurz vor der Küste steil ab, und deshalb sind die Strände hier schwarz: Es ist zermahlene Lava.
Drei große Vulkane
São Miguel ist eigentlich nicht ein Vulkan, sondern mehrere, die im Lauf der Zeit zusammengewachsen sind. Drei davon gelten bis heute als aktiv:
- Sete Cidades im Westen — der Krater, in dem die beiden berühmten Seen liegen. Wer oben am Miradouro da Boca do Inferno steht, schaut in einen Kessel von mehreren Kilometern Breite.
- Fogo in der Inselmitte — mit der Lagoa do Fogo, dem stilleren der großen Kraterseen.
- Furnas im Osten — der Vulkan, den man riechen kann: Dort blubbert es aus dem Boden, und dort wird bis heute im heißen Erdreich gekocht.
Dazwischen liegt eine Zone kleinerer Kegel und Spalten, über die man auf der Fahrt von Ponta Delgada zu uns hinwegfährt, ohne es zu merken.
Und heute?
Die letzten Ausbrüche an Land liegen rund 400 Jahre zurück. Ruhig ist der Untergrund deswegen nicht: Genau daher kommen die heißen Quellen, in denen ihr badet, und das warme Wasser, das an der Ferraria ins Meer fließt. Wenn ihr dort sitzt, sitzt ihr sozusagen im Abwasser eines schlafenden Vulkans — und es fühlt sich großartig an.
Vom Garten aus seht ihr übrigens beides auf einmal: vorn den Atlantik, im Rücken den Kraterrand von Sete Cidades.
Hier seht ihr, wann das Haus frei ist.
Frank, Bärbel, Maren & Simon